Energiearmut bekämpfen: Positive Ansätze und Luft nach oben

Der Winter hat Österreich fest im Griff. Hohe Kosten für Strom und Heizung machen immer mehr Menschen zu schaffen. Dabei gibt es schon seit langem Ansätze, wie gegen Energiearmut vorgegangen werden kann.

Das neue Jahr hat gefühlt gerade erst begonnen. Für Frau P. sind die Sorgen jedoch immer noch die
gleichen. Es ist dieses Gefühl, dass im Hintergrund mitschwingt, wenn sie die Heizung aufdreht.
Der Gedanke, dass der alte Kühlschrank richtig viel Strom frisst. Die letzte Stromabrechnung hat
die alleinverdienende Mieterin einer privaten, schlecht gedämmten Wohnung wahrlich in finanzielle Bedrängnis gebracht. Und die kommende Abrechnung für die alte Gasheizung macht ihr zusätzliche Sorgen. Frau P. steht in dieser Geschichte als zusammenfassendes Beispiel für viele Mieter:innen.

Belastungen sind kein Randphänomen

Das vergangene Jahr startete für Strom- und Erdgaskund:innen mit einer finanziellen Mehrbelastung. Die Strompreisbremse lief 2025 aus und auch der Erneuerbaren-Förderbeitrag wurde wieder eingehoben. Besonders jene mit geringem Einkommen haben da mit zu kämpfen. Bedenklich ist: Die hohen Belastungen sind kein Randphänomen mehr. So geben sechs von zehn Arbeitnehmer:innen in Oberösterreich an, die zusätzliche finanzielle Belastung mache sich durchaus bemerkbar. Jede:r Sechste sagt sogar, er oder sie spüre die Mehrkosten stark oder sehr stark. Das zeigen Zahlen aus dem AK Wohnzufriedenheitsindex.

Nur, was tun, damit die Kosten sinken? Auf fallende Strom- und Wärmepreise zu hoffen, ist sicher wenig sinnvoll. Aus Sicht der Arbeiterkammer und auch der Menschen in Oberösterreich braucht es schon lange wirksame Eingriffe durch die Politik im Sinne der Menschen.

Mietabschläge, wenn die Dämmung nicht reicht

Der von der Bundesregierung im Bereich Energieversorgung geschaffene Sozialtarif und die Senkung der Elektrizitätsabgabe sind erste positive Ansätze. Im Bereich Wärme gibt es hingegen weitere Stellschrauben, an denen gedreht werden muss. Eine davon sind die Themen Heizung und Dämmung.
Mieter:innen wie Frau P. können es sich nur selten aussuchen, wie die Wohnung beheizt oder gedämmt ist. Hier fordert die AK Mietabschläge für unzureichend gedämmte oder mit einem fossilen Energieträger beheizte Wohnungen. Das würde Menschen finanziell entlasten. Vermieter:innen würden mehr über Dämmung und Heizung nachdenken.

Trotz positiver Entwicklungen: Es muss sich noch mehr ändern, damit Strom und Wärme für Menschen wie Frau P. auch weiterhin leistbar bleiben.

Die Story erschien im AK-Report 1/2026.